6. April 2022

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen. Twitter wird dabei Daten übermitteln und eigene Cookies setzen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von X (öffnet in neuem Tab).

Heute Morgen unter der Dusche dachte ich, wieder mal: “Ich mache das jetzt einfach so, wie ich es für richtig halte.“ Das denke ich oft, in der Pandemie habe ich es sehr oft gedacht. In meinem Falle bedeutete das stets, vorsichtiger zu sein als vorgeschrieben. Mich macht es nicht fertig, mich an Regeln zu halten; ich habe privat ein stabiles soziales Umfeld, das auch ohne Restaurant- oder Kneipenbesuche funktioniert, und meine größte Sorge war und ist, jemanden anzustecken, der oder die es schlechter wegsteckt als ich.

Dass die Politik nicht ausschließlich wissenschaftlich orientiert entschieden hat in den letzten zwei Jahren – Binse. Dass die Politik Quatsch gemacht hat – Binse. Dass die Politik viel Quatsch gemacht hat – Binse.

Das aber ist nicht der alleinige Grund, warum ich mir durchlese, was geht, und dann meistens weniger mache. Es liegt daran, dass oft ja der Eindruck sich aufdrängte, dass ein Teil dieses Quatsches allen Beteiligten bewusst war. Das aber nicht kommuniziert wurde in der Hoffnung, dass die Leute es entweder nicht merken oder aber schnell wieder vergessen.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Eigenverantwortung, die angeboten wird, weil dahinter ein entsprechendes Menschenbild steckt, und der Eigenverantwortung, die die Leute einfach von sich aus übernehmen. Weil sie nicht mehr vertrauen. Nach Hin und Her. Hü und Hott. Nach Fehlern, die offensichtlich nicht aus Unwissenheit resultieren, sondern aus falschen Prioritäten. Ein Beispiel: Machterhalt. Noch ein Beispiel: der Stellenwert von Familien.

Um es mal ganz klar zu formulieren: Das ist ein anderer Prozess, der zur Übernahme von Eigenverantwortung führt. Weil die Glaubwürdigkeit sich ihrem Ende nähert.

Ähnliche Beiträge

  • Gibt es guten Hass?

    In Iran erheben sie sich. Gehen in Massen auf die Straße, protestieren, schneiden sich die Haare, legen das Kopftuch ab. Riskieren ihr Leben, verlieren es sogar auch. Der feministische Aufstand vereint Frauen und Männer in ihrer Wut auf das Regime, nachdem die 22-jährige Mahsa Aminidas in Teheran von der Sittenpolizei wegen zu legeren Tragens ihres…

  • 24. April 2022

    Barbra Streisand wird 80, gestern Abend schwelgten eine langjährige Freundin und ich in Erinnerungen, und gestern Nachmittag sah ich einen Mann, der so aussah, wie ein anderer Mann jetzt aussehen könnte. Würde er noch leben. Erinnerungen. Man spricht ja viel drüber im Zusammenhang mit Tod. Der Mensch, der gegangen ist, lebt in unseren Erinnerungen weiter,…

  • Liebe am Abend und in harten Zeiten.

    Heute erreichte mich ein Newsletter mit dem Betreff „Shit in, shit out“. Soll sagen: Wir sollten uns mit Positivem beschäftigen, denn dann sind wir auch positiv gestimmt und tragen das in die Welt hinein. (Nein, kein Eso-Klangschalen-Newsletter, sondern einer für Finanzen.) Nun sind die sozialen Medien dafür nur in eingeschränktem Maße geeignet. Ich schreibe regelmäßig…

  • Raus.

    Lange nicht geschrieben, weil einen so schönen Urlaub gehabt wie noch länger nicht. Sehr viel länger nicht. Am Abend vor der Abreise war das meine Aussicht, und größer hätte der Kontrast kaum sein können. Es folgten: Zwei Wochen von morgens bis spätabends permanent unter Menschen. In der Hitze. Auf der Liege. Im Pool. In der…

  • 4. April 2022

    Seit sehr vielen Jahren habe ich ein Ritual: Jeden Abend lese ich mich durch meine Blogroll. Jeden Abend schaue ich nach, was es Neues gibt bei der Kaltmamsell, Herrn Buddenbohm, Frau Novemberregen und Frau Herzbruch. Für mich ist das, als würde ich bei Freunden einmal kurz nachhorchen, wie es ihnen geht, ohne dabei reden oder…